10. – 12. Schuljahr

Steffen Schaal/Christian König

Wie beeinflussen Bakterien die Artentstehung?

Mit Pecha Kucha Fachinhalte verstehen und reflektieren

Biologische Erkenntnisse sind komplex zum Beispiel der Einfluss von Bakterien auf die Artenstehung von Arthropoden und Nematoden. Der Schlüssel zum Verständnis liegt darin, wesentliche Fakten zu identifizieren, Kernaspekte herauszuarbeiten und in einen Sinnzusammenhang zu stellen. Die Pecha Kucha-Methode fördert diesen Prozess: denn nur 20 x 20 Sekunden stehen zur Verfügung, um auf den Punkt zu kommen!

In den letzten 20 Jahren sind Wolbachien (Alphaproteobacteria, Rickettsiales) immer mehr in den Fokus der Wissenschaft gerückt, da diese die Biologie von Arthropoden und Nematoden beeinflussen.
Mutualismus und Parasitismus
Während sich zwischen Nematoden und Wolbachien unterschiedliche Formen des Mutualismus gebildet haben, kann man bei Arthropoden hauptsächlich eine negative Beeinflussung des Wirtes feststellen. Da diese negative Beeinflussung meist die Reproduktion der Arthropoden betrifft, spricht man von einem reproduktiven Parasitismus, welcher sich in vier Hauptpunkte untergliedern lässt (Werren u.a. 2008): (1) zytoplasmatische Inkompatibilität, (2) Feminisierung des männlichen Nachwuchses, (3) Töten des männlichen Nachwuchses oder (4) Induzierung von Parthenogenese.
Man geht davon aus, dass zwischen 40 und >50% aller terrestrischen Arthropoden (bei Insekten >65% nach Hilgenboeker u.a. 2008) mit Wolbachien infiziert sind. Durch den enormen Einfluss auf die Reproduktion ihrer Wirte kommt es auch innerhalb von infizierten Arten zu reproduktiven Barrieren und somit zu möglichen Artbildungen. Damit sind Wolbachien die häufigsten und wohl wichtigsten vererbbaren intrazellulären Bakterien bei Arthropoden und Nematoden.
Die Pecha Kucha-Methode
Im sprachsensiblen Biologieunterricht wird beim Erschließen und Erklären von Fachinhalten flexibel von wissenschaftlicher Fachsprache, von Unterrichts- und der Alltagssprache Gebrauch gemacht. Dabei ist der Wechsel von Darstellungsformen und -ebenen, z.B. zwischen gegenständlichen, bildlichen, sprachlichen oder auch symbolischen Darstellungsformen ein wichtiges Prinzip (Leisen 2015).
Im Lehr-Lern-Prozess ist üblicherweise zunächst die Lehrkraft gefordert: (1) Sie strukturiert Fachinhalte adressatengerecht und wählt für das Verstehen elementare Punkte aus. (2) Sie findet ein angemessenes Sprachniveau und geeignete Beispiele. (3) Sie bestimmt grafische Darstellungsformen zur Veranschaulichung der gesprochenen Sprache. (4) Sie verbindet die einzelnen Elemente einer Erklärung sinnstiftend miteinander (Kulgemeyer/Schecker 2013). Die Rolle des Lernenden in diesem Kommunikationsmodell (Kulgemeyer/Schecker 2009) ist es dabei, ein tragfähiges Konzept des Fach-inhalts auf Grundlage des Vorwissens und der Alltagserfahrungen zu konstruieren und gegebenenfalls bei Verständnisschwierigkeiten nachzufragen.
Bei der Pecha Kucha-Methode wird dieses Vorgehen auf den Kopf gestellt: Die Lernenden erschließen einen Fachinhalt eigenständig, sie identifizieren die Kernaussagen und die für das Verständnis notwendigen Elemente, sie strukturieren diese in einer sachlogischen Abfolge und sie wählen bildliche Darstellungsformen, um die Erklärungen zu unterstützen. In einem Pecha Kucha-Vortrag wird der/die Redende gezwungen, den zu erklärenden Sachverhalt strukturiert in zwanzig Folien, welche nur im Ausnahmefall Text enthalten dürfen, vorzustellen. Das Zeitlimit von zwanzig Sekunden pro Folie sorgt zudem dafür, dass der/die Vortragende das jeweilige Element ohne Ausschweife und sprachlich präzise vorstellt, gleichzeitig jedoch den roten Faden zur Verbindung der einzelnen Elemente behält.
Ursprünglich entstand die Pecha Kucha-Methode als kreative Alternative zu langen Powerpoint-Vorträgen und sollte RednerInnen anhalten, sich auf Kernbotschaften zu begrenzen (ausführlich https://www.pechakucha.org). Häufig wird der darzustellende...

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