5. – 13. Schuljahr

Magazin

Panda, S. (2019): Der Zirkadian-Code. Erholsam schlafen, Gewicht reduzieren, gesund sein. Kirchzarten bei Freiburg: VAK Verlags GmbH; 319 Seiten, 19,90 €
Satchin Panda wurde 1971 in Indien geboren. Zum Glück, wie er schreibt, denn so konnte er selbst miterleben, wie eine sich schnell entwickelnde moderne Gesellschaft die Verbundenheit zu den eigenen biologischen Rhythmen zerstörte. So entwickelte sich schon früh sein Interesse für chronobiologische Fragestellungen.
Panda ist heute einer der führenden chronobiologischen Wissenschaftler. Sein Buch ist so etwas wie die Quintessenz seiner Forschung. Neben der Aufklärung über chronobiologische Zusammenhänge geht es ihm vor allem um die praktische Frage, wie die innere Uhr durch kleine Veränderungen der Lebensgewohnheiten optimiert werden kann.
Das Buch besteht aus drei Teilen. In TeilI wird erklärt, wie die innere Uhr funktioniert und warum sie so wichtig ist. Ein einfacher Selbsttest soll zeigen, wie Gesundheit und Lebensrhythmus zusammenhängen. In Teil II gibt es eine Anleitung, wie der Tag am besten gestaltet wird, um den inneren Rhythmus optimal zu nutzen. Es geht vor allem darum, wann man am besten essen, arbeiten, Sport treiben und schlafen sollte. In Teil III werden altersassoziierte Krankheiten mit der Störungen circadianer Rhythmen in Zusammenhang gebracht und erklärt, was dabei aus chronobiologischer Sicht hilfreich sein kann.
Das Faszinierendste an diesem Buch ist die klare und einfache Sprache, in der es verfasst wurde. Die konkreten Vorschläge sind unmittelbar nachvollziehbar und leicht umzusetzen. Endlich ein chronobiologischer Ratgeber, der hält, was er verspricht.
Wolfgang Ruppert
Maserninfektion löscht Immungedächtnis Masernimpfung schützt
Masern sollten längst ausgerottet sein stattdessen nehmen sie wieder zu. In den ersten sechs Monaten 2019 wurden weltweit fast dreimal mehr Fälle gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) spricht von einem Wiederaufleben der Masern in der Europäischen Union bzw. im Europäischen Wirtschaftsraum (EEA). Verantwortlich hierfür sind vor allem fünf Länder, darunter Deutschland, in denen Übertragungen noch endemisch also innerhalb der Bevölkerung stattfinden.
Schon lange ist bekannt, dass die Maserninfektion nicht nur selbst durchaus schwer und sogar tödlich verlaufen kann, sondern zusätzlich das Masernvirus (Abb.1 ) das Immunsystem des Erkrankten gegenüber anderen Krankheitserregern schwächt.
So kommt es bei einer Maserninfektion häufiger auch zu weiteren Infektionen wie beispielsweise bakteriell bedingten Lungen- oder Mittelohrentzündungen.
In einer kürzlich im Vereinigten Königreich durchgeführten Studie wurde nachgewiesen, dass zehn bis fünfzehn Prozent der Kinder noch fünf Jahre nach einer Maserninfektion Anzeichen einer deutlichen Beeinträchtigung des Immunsystems hatten, was zu einem erhöhten Auftreten sekundärer (weiterer) Infektionen führte.
WissenschaftlerInnen um Prof. Veronika von Messling haben gemeinsam mit ForscherInnen aus Großbritannien und den Niederlanden untersucht, welche Mechanismen zu dieser Immunsuppression führen. Hierzu analysierten sie die Rezeptorvielfalt der Immunzellen und die Entwicklung einer wichtigen Gruppe von Immunzellen für das Immungedächtnis, die B-Gedächtniszellen, bei ungeimpften Personen mit und ohne vorangegangene Maserninfektion sowie bei gegen Masern geimpften Personen. Während die genetische Zusammensetzung und Vielfalt der B-Gedächtniszellen bei Personen ohne Maserninfektion und bei geimpften Personen stabil war, fand sich bei Personen nach Maserninfektionen eine signifikante Zunahme der Mutationsfrequenz in diesen Zellen sowie ein verändertes Isotypen-Profil. Bei etwa zehn Prozent der mit Masern infizierten Personen in der Untersuchung war die Vielfalt der Immunzellen sogar sehr stark beeinträchtigt. Zudem fand sich eine Verschiebung hin zu immunologisch unreifen B-Zellen, was auf eine beeinträchtigte B-Zellreifung im Knochenmark hinweist....

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