11. – 13. Schuljahr

Sebastian Nolof

2. Baummarder Schellente: eine typische RäuberBeute-Beziehung?

Unterrichtsvoraussetzungen
Ökologie, Nahrungsnetze, Lotka-Volterra-Regeln, Artenschutz
Lösungshinweise und Anforderungsbereiche
Aufgabe 1
Der Baummarder gehört als überwiegender Fleischfresser zu den Konsumenten. Er frisst kleinere wie größere Vögel, aber auch Säugetiere (Konsument 2. Ordnung). Der Baummarder wird nur vom Waldkauz als Konsument 3. Ordnung gefressen. Die Schellente wird auch als Beute angenommen, auch wenn sie als Wasservogel erst einmal nicht zum typischen Beuteschema passt. Schellenten sind jedoch Höhlenbrüter in Bäumen und kommen daher im Jagdhabitat des Baummarders vor. (AFB III)
Der Steckbrief aus „Einfluss von ökologischer Faktoren auf die Schellente kann als Zusatzmaterial verwendet werden. (S. 44).
Aufgabe 2
Regel 1 (Periodizität): Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass beim Beispiel BaummarderSchellente Regel 1 zutrifft, wenn die Bedingungen konstant bleiben. Es ist fraglich, ob die konstanten Bedingungen durch die erfahrenen Baummarder so gestört werden, dass die Population der Schellenten einbricht. Regel 2 (Erhaltung der Mittelwerte): Eine klare Bestätigung oder Falsifizierung aufgrund fehlender Daten über mehrere Jahre ist nicht möglich. Aber man kann davon ausgehen, dass die Regel 2 zutrifft, wenn die Regel 1 auf das Beispiel angewendet werden kann. Regel 3 (Störung der Mittelwerte): Bei dem Beispiel Baummarder-Schellente werden beide Populationen nicht gleichermaßen dezimiert, sondern nur die Population der Baummarder in dem einen Gebiet (Hämeenlinna-Areal) durch Fallenstellen. Folglich trifft die Regel 3 hier nicht zu. (AFB IIII)
Aufgabe 3
Artenschutz durch künstliche Nisthöhlen kann sinnvoll sein, da in manchen Brutgebieten nicht genügend natürliche Bruthöhlen vorhanden sind und der interspezischen Konkurrenzdruck, z.B. durch Schwarzspecht, um Nisthöhlen reduziert wird. Ein Schutz der Schellente ist sinnvoll, da erfahrene Baummarder Schellentengelege plündern und damit die Fortpflanzung der Art gefährden könnten. Das Wegfangen der Baummarder durch Fallen hilft nur begrenzt, da durch Zuwanderung die tatsächliche Anzahl nur kurzfristig sinkt. Hier zeigt sich, dass die Lotka-Volterra-Regeln nur ein theoretisches Modell darstellt, wie RäuberBeute-Populationen sich idealerweise zueinander verhalten. Das Räuber-Beute-Verhältnis wird jedoch durch verschiedenste Faktoren beeinflusst (z.B. Beutespektrum der Baummarder). (AFB III)
Literatur
Bezzel, Einhard (1985). Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes Nichtsingvögel, Wiesbaden: Aula-Verlag, S. 196201

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen