SymbioseDer Baum und seine Ameisenarmee

Der Artenreichtum der Tropen ist weit bekannt – ihre symbiotischen Lebensgemeinschaften weniger. Dabei haben die südostasiatischen Tropen eine der faszinierendsten Symbiosen überhaupt zu bieten: den Baum Macaranga mit seiner Ameisenarmee.

Ameisen in Symbiose mit Macaranga

Ameisen bevölkern die hohle Sprossachse des Macaranga-Baumes. Foto: Daniela Guicking, geringfügig bearbeitet

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Die Pflanzengattung Macaranga lebt in den Tropen von Afrika, Asien und Australien. Sie gehört, wie der in der Adventszeit beliebte Weihnachtsstern, zu den Wolfsmichgewächsen, und umfasst über dreihundert Arten. Dreißig dieser dreihundert Arten sind dafür bekannt, Symbiosen mit Ameisen der Gattung Crematogaster einzugehen – manche von ihnen einen Leben lang.

Die Privatarmee für den Ameisenbaum

Die Symbiose-Partner Ameisenbaum und Ameisenvolk sind ein eingespieltes Team. Die Ameisen nisten in der hohlen Sprossachse der Pflanze. Sie ernähren sich von fetthaltigen Fraßkörpern und zuckerhaltigem Blattnektar, den der Baum in speziellen Nektarien speichert. Einmal angesiedelt, greifen die Ameisen, wie eine Privatarmee, die Fraßfeinde des Ameisenbaumes, wie z. B. Raupen, kleine Käfer und Insekten, an. Sie entsorgen abgelegte Insekteneier und beißen Kletterpflanzen weg, die den Baum zu überwachsen drohen.

Die Doppel-Symbiose der Ameise

Neben der Symbiose mit der Pflanze, geht die Ameise häufig auch ein oder mehrere zusätzliche Symbiosen ein. In den hohlen Sprossen des Baumes halten sie manchmal zum Beispiel Blatt- und Schildläuse, die sie regelmäßig melken. So versorgen sie sich durch mehrfache Symbiose mit einer extra Portion Zuckerlösung.

Eine Symbiose entsteht…

Manche Macaranga-Arten werden bereits als junge Pflanzen von einer befruchteten Ameisenkönigin kolonisiert. Andere Arten locken bei starkem Schädlingsbefall die Ameisen eine Zuckerlösung kurzfristig an. Wie die Symbiose-Partner sich auch finden, laut Dr. Guicking der Universität Kassel hat eine Symbiose zwischen Macaranga und Crematogaster in der Evolution mehrfach stattgefunden. Obwohl die Ameisen die Macaranga-Art dabei mitunter wechselten, stellten sich die Gattungen immer mehr aufeinander ein, sprich sie durchliefen eine Coadaptation. Symbiose kann also durchaus Einfluss auf die evolutive Entwicklung von Arten haben.

Symbiosen im Evolutionsunterricht

Symbiosen beeinflussen nicht nur die Evolution einzelner Arten. Gerade die Symbiosen mit den Kleinsten, den Bakterien und Pilzen, hat die gesamte Tier- und Pflanzenwelt nicht nur geformt, sie hat sie auch erst möglich gemacht. Ausführliche Informationen über symbiotische Mikroben als die Basis des Lebens und anregende Unterrichtsmaterialen zu diesem Thema erhalten Sie im UB-Heft „Symbiosen mit Mikroben“.

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