PolarforschungWie ewig ist das „ewige Eis“? – Polarexpeditionen helfen das Klima zu verstehen

Abschmelzende Pole und ein verändertes Ökosystem – der Klimawandel ist auch in der Arktis spürbar. Nun lassen sich eine Reihe internationaler Wissenschaftler mit dem Eisbrecher "Polarstern" im Arktischen Eis einfrieren, um auch die bisher unzugänglichen Wintermonate zu erforschen.

Eismeer am Nordpol

Blick auf die eisige Landschaft des Nordpolarmeeres. Foto: © max5128/stock.adobe.com

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Die Arktis – Ein weißer Fleck auf der Landkarte

Ohne Forschung gäbe es keine Erkenntnisse, ohne Erkenntnisse keinen Lehrstoff. Der Schulunterricht basiert auf der Arbeit von zahlreichen Forscherinnen und Forschern der ganzen Welt. Doch auch nach Hunderten Jahren der Forschung sind immer noch viele Fragen offen. So sind zum Teil ganze Gebiete der Erde bis heute unerforscht. Darunter zählen zum Beispiel weite Teile der Sahara, Gebiete südamerikanischer Regenwälder und viele Gipfel des Himalaja-Gebirges. Selbst über 95 % der Ozeane gilt als unbekannt. Stoßen Forscher in ein neues Gebiet vor, entdecken sie häufig neue Arten und Naturphänomene.

Arktischer Einfluss auf das Weltklima

Auch die Arktis kennen die Forscher nur in Ausschnitten. Während des arktischen Winters, von Februar bis Juni, ist sie für den Menschen unzugänglich. Nun will die Wissenschaft dieses Gebiet auch zu der unwirtlichen Jahreszeit in Augenschein nehmen. Ziel ist es, ihren weitreichenden Einfluss auf das Weltklima und deren aktuelle Veränderungen besser zu verstehen.

Biologische Forschung

Die Biologen auf dem Forschungsschiff befassen sich vor allem mit Fragen zu ökologischen Kreisläufen und Umweltverschmutzung. In das Nordpolarmeer strömt warmes Wasser aus dem Atlantik. Heizt sich dies als Folge der Erderwärmung immer mehr auf, verändert sich zwangsläufig auch die Zusammensetzung der eingebrachten Mikroorganismen. Dies könnte das bestehende Nahrungsnetz im Nordpolarmeer nachhaltig verändern. Auch die bereits bestehende Belastung durch Müll auf dem arktischen Meeresboden und dem pelagischen Mikroplastik wollen die Forscher näher untersuchen. 

Im Eis gefangen

Bereits im Sommer 2018 brach das Expeditionsschiff „Polarstern“ für Forschungsprojekte Richtung Nordpolarmeer auf. Im Herbst 2019 wird sie sich dem Forschungsgebiet in der Zentralarktis widmen. Da dort das Packeis während des arktischen Winters selbst für Eisbrecher wie die Polarstern zu fest ist, wird sich das Schiff dort samt Crew und einem internationalen Forscherteam einfrieren lassen. Insgesamt soll die Polarstern 350 Tage im Packeis verbleiben.

Logistische Herausforderung

In dieser Zeit stellt die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Strom sowie heizbarem Treibstoff eine große Herausforderung dar. Daher wird die Crew auf dem Packeis ein Lager einrichten - samt Schneemobilen, Raupenfahrzeugen und Landemöglichkeiten für Flugzeuge und Helikopter. Auf diesem Weg sollen dann auch möglich werden, alle zwei bis drei Monate die Crew und Wissenschaftler auszutauschen. Insgesamt werden sich 600 Menschen an der „MOSAiC-Expedition“ beteiligen.

Treiben lassen

Durch die Strömungen im Nordpolarmeer wird im Laufe der Zeit die Polarstern mit dem Packeis verdriften. Im Sommer 2020 setzt die Eisschmelze ein. Berechnungen zur Folge wird das Expeditionsschiff im Juni voraussichtlich zwischen Grönland und Spitzbergen wieder freikommen. Sie wird am 16. Oktober 2020 in ihren Heimathafen in Bremerhaven zurückzukehren. Die aktuelle Position der Polarstern wir stündlich erfasst. Sie kann online eingesehen werden.  

Aktuelle Position der Polarstern 

Polarforschung als spannendes Schulprojekt

Das Thema Polarforschung bietet zahlreiche Möglichkeiten biologische Lerneinheiten wie Ökologie, Klimawandel und Umweltverschmutzung spielerisch und spannend aufzubereiten. Die Aktualität der „MOSAiC“-Expedition der Polarstern stellt außerdem einen Alltagsbezug her, der die Identifikation mit dem  Lernstoff verbessert und die Schülerinnen und Schüler so zusätzlich anspricht. Das Thema Polarforschung bietet sich auch als Rahmen für ein fächerübergreifendes Schulprojekt an. So eignen sich zum Beispiel Polar-Reportagen im Deutschunterricht, die Anomalien des Wassers im Chemieunterricht und Gletscher und Meeresströmungen im Erdkundeunterricht als ergänzende Themen des Schulprojekts. Unten stehend finden Sie eine Reihe passender Ideen und Materialien.

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