RezensionDie App "Naturblick" schafft den Durchblick

In Zeiten des weltweiten Artensterbens ist Artenkenntnis enorm wichtig. Denn für die Beurteilung eines Ökosystems, müssen die Pflanzen und Tiere sicher bestimmt werden, um einen möglichen Rückgang registrieren und beurteilen zu können. Doch viele sind beim Bestimmen unsicher. Die App "Naturblick" schafft nun Abhilfe.

Naturblick-App

Mit einer App die Natur entdecken. Foto: © Sophie Bengelsdorf

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In einem Großteil der Bevölkerung herrscht ein romantisches Naturverständnis vor. Das weitreichende Artenspektrum der Umgebung nehmen die meisten Menschen jedoch gar nicht wahr und können dies dadurch auch nicht angemessen wertschätzen. Die Lehrkräfte stehen in der Verantwortung, etwas gegen diesen Trend zu unternehmen. Doch viele verfügen selbst kaum über die erforderlichen Kenntnisse. So fühlen sich die meisten zu unsicher, um mit ihren Schülerinnen und Schülern ins Gelände zu gehen. 

Was die App leistet

Die App „Naturblick“ des Museums für Naturkunde in Berlin hilft da weiter. Sie funktioniert auf Smartphones wie auch auf Tablets, ist kostenfrei und einfach zu bedienen. Die Nutzerinnen und Nutzer können mit ihr Pflanzen fotografieren und diese anschließend bestimmen lassen. Bei bestehender Internetverbindung schlägt das Programm schon wenige Sekunden mögliche Arten vor. Besteht keine Internetverbindung kann der Nutzer die Fotos auch im W-Lan nachbestimmen lassen. Die Trefferwahrscheinlichkeit zeigt die App durch farbige Balken an. Gleichzeitig bietet sie einen Link zum Nachschlagen bei Wikipedia an. Das Pflanzenfoto speichert die App zusammen mit dem aktuellen GPS-Standort automatisch in einem digitalen Feldbuch. Neben Pflanzen kann die App auch Vögel über ihren Gesang bestimmen. Die Aufnahme der Vogelstimmen funktioniert vor allem dann gut, wenn es kaum Begleitgeräusche gibt. Auch diese Daten speichert die App im Feldbuch und auf der Karte ab.

So gut funktioniert die App

Ich habe die App während einer Fortbildung testen lassen. Mit sehr wenigen Ausnahmen waren die Bestimmungen richtig. Das Programm erkennt sogar nicht blühende Pflanzen. Selbst eine Buche mit gerade aufgehenden Blattknospen wurde richtig bestimmt. Dennoch bleiben bei manchen Zweifel, ob die App verlässlich ist. Eine absolute Sicherheit gibt es leider nicht. Aber wenn eine Art falsch bestimmt wird, ist das nicht schlimm. Das passiert auch Experten. Viel wichtiger ist es, überhaupt seine Artenkenntnisse zu erweitern und die Natur für sich neu zu entdecken. Und wenn dies durch dieses Hilfsmittel unterstützt wird, umso besser.

Den Lerneffekt verstärken

Bleibt es bei der schnellen Bestimmung von Pflanzen oder Vögeln, dann wird der Lernerfolg nur sehr gering sein. Um einen größeren Lerneffekt zu erzielen, sollten sich die Lernenden anschließend vertieft mit den Arten auseinandersetzen. Hier bietet sich die Anfertigung von Steckbriefen an. Alternativ oder ergänzend können die Lernenden auch ein Memory anfertigen: auf die eine Seite ein Foto oder einer Zeichnung der Pflanze und auf die andere Seite der Artnamen und eine Kurzbeschreibung. Schon kann der Spielspaß losgehen! Die Steckbriefe können auch eine Ausstellung bilden, zu der die Lernenden wiederum Entdeckungsaufgaben entwickeln.  

Beitrag zum Arten-Register

Die „Naturblick“-App ist ein Citizen-Science-Projekt, das sich mithilfe künstlicher Intelligenz immer weiter verbessert. Je mehr Arten also bestimmt werden, desto höher wird ihre Treffsicherheit. Beim Benutzen der App tragen wir so gemeinsam dazu bei, ein umfassendes zuverlässiges Arten-Register zu erstellen. Dies ist eine wichtige Grundlage für den Naturschutz. Wenn das keine Motivation für Sie und ihre Schülerinnen und Schüler ist!

Minimale Systemanforderungen: Android 4.4 oder iOS 9.0 (iPhone/ iPad/ iPod touch) | Preis: kostenlos 

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