ArtenschutzDie größten Fehler beim Bau eines Bienenhotels

Weltweit gehen die Bienenpopulationen zurück. Hält das Bienensterben an, hätte dies weitreichende Folgen für das Ökosystem. Zum Schutz der Bienenpopulationen sind Bienenhotels sehr beliebt. Doch welche Materialien sind geeignet? Und was muss bei Bau und Standortwahl beachtet werden?

Biene am Bienenhotel

Die Rote Mauerbiene ist ein häufiger Gast im Bienenhotel. Foto: © alexandersw/stock.adobe.com

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„Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen.“ Dieses inzwischen berühmte Zitat zum Bienensterben stammt von Albert Einstein – angeblich. Denn ob der weltbekannte Physiker und Denker dies wirklich geäußert hat, ist fraglich. Fest steht aber, dass ein massenhaftes Bienensterben ein großes Loch in das komplexe und empfindliche Ökosystem schlagen würde. Der 20. Mai erinnert als "Weltbienentag" daran, dass schon heute die Bestände der Bienenpopulationen weltweit zurückgehen. Allein in Europa gibt es bereits zehn Prozent weniger Bienen als noch vor wenigen Jahren. Zeit, etwas dagegen zu tun!

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Eine Unterstützung für heimische Bienenpopulationen sind Nisthilfen, auch Bienenhotels genannt. Auf die Ansprüche verschiedener Wildbienenarten ausgelegt, bieten sie oft eine Auswahl an unterschiedlichen Unterschlupfmöglichkeiten, wie Holz, Ziegel, Lehm und Stängel. Leider sind viele käufliche Bienenhotels schlecht durchdacht und daher für die Tiere oft ungeeignet. Besser ist es, selbst aktiv zu werden und sich ein eigenes Bienenhotel für den heimischen Garten zu basteln. Dabei sollten ausschließlich geeignete Materialen verarbeitet und richtig verwendet werden. Auch der Standort muss stimmen. Sonst kann es passieren, dass das Bienenhotel leer bleibt oder sich sogar Schimmel bildet, der für die Wildbienen fatale Folgen hätte.

Die Tücken bei der Materialauswahl

Solitär lebende Wildbienen nisten gern in Nischen und Hohlräumen verschiedener Naturmaterialien. Bei Holz sollten nur rindenfreie Stücke von abgelagerten Beständen verwendet werden. Gut geeignet ist zum Beispiel Esche. Die dort hinein gebohrten Nistlöcher dürfen nicht zu dicht nebeneinander liegen und nur in das Längsholz erfolgen. Sonst bilden sich leicht Risse, in denen sich Feuchtigkeit und Parasiten sammeln. Die Bohrlöcher sollten auch frei von scharfkantigen Holzfasern und Kanten sowie Bohrmehl sein. Dies gilt auch für die Nisthilfen aus hohlen Stängeln, wie Bambusröhrchen. Loch- und Hohlziegel wie auch Gasbetonblöcke werden von den Tieren komplett gemieden. Die Löcher in Strangfalzziegel sind hingegen bei den Tieren beliebt. Grabende Wildbienen nisten außerdem gern im Lehm. Ton oder fetter Sorten, wie Weidenrutenlehm, haben jedoch die Eigenschaft nach dem Trocknen sehr hart zu werden. Da Bienen hier nicht graben können, sind diese für die Hotels ungeeignet. Auch Kiefernzapfen, Nadelhölzer, Stroh, Pappe und Aststückchen gehören nicht in ein Bienenhotel.

Privatsphäre, bitte!

Die Tiere beim Nisten zu beobachten ist durchaus attraktiv. Daher werden gern durchsichtige Materialien in das Hotel zu integrieren. Handelt es sich dabei um wasserdampfundurchlässiges Material, wie Glas, kann sich jedoch Schimmel bilden. Dieser kann für nistende Tiere tödlich enden. Auch eine Zimmerreinigung, wie sie eigentlich zu jedem guten Hotel gehört, ist bei den Gästen des Bienenhotels unbeliebt. Das erledigen die Wildbienen lieber allein.

Ein schönes Plätzchen für zufriedene Hotelgäste

Damit sie nicht schimmeln, müssen Bienenhotels vor Regen und Wind geschützt angebracht bzw. aufgestellt werden. Frei hängende Varianten oder Hotels ohne freie Anflugmöglichkeit werden nicht besucht. Die Das Bienenhotel sollte außerdem nicht nach einem Sommer wieder abgebaut werden, da die Bienen der Folgegeneration erst im Frühjahr des nächsten Jahres aus ihren Kokons schlüpfen.Stimmen Material, Bau und Standort, steht einer Besiedlung durch solitär lebende Wildbienen nichts entgegen. Als typische Hotelgäste gelten die Rote, die Gehörnte und die Stahlblaue Mauerbiene, die Rosen-Blattschneiderbiene und die Grabwespe.

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