Fit & schönEs gibt ihn doch – den Schönheitsschlaf

In Frauenmagazinen und im Internet wimmelt es von Ratschlägen zum Schönheitsschlaf – meist von Herstellern von Hautpflegeprodukten. Das Thema galt bis vor kurzem als Alltagslegende. Inzwischen haben sich Neurowissenschaftler der Sache angenommen und Verblüffendes herausgefunden.

Schlafendes Mädchen

Nun ist es auch wissenschaftlich bewiesen: schlafen macht schön. Foto: © fizkes/Shutterstock.com

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Schlafen ist gesund

Dass zu wenig Schlaf die Gesundheit ruinieren kann, ist schon länger bekannt. Die zugrunde liegenden physiologischen Mechanismen sind aber noch nicht vollständig aufgeklärt. Vermutlich spielen chronobiologisch gesteuerte hormonelle Veränderungen während des Schlafs eine bedeutende Rolle. So wird z.B. mehr Wachstumshormon freigesetzt, das für Regenerationsprozesse sorgt – so auch in der Haut.

Beeinflusst Schlafmangel die Attraktivität?

Neurowissenschaftler des Karolinska Instituts in Stockholm und des niederländischen Instituts für Neurowissenschaften sind mit bisher drei Studien der Frage nachgegangen, wie sich Schlafmangel auf die Beurteilung von Attraktivität und Gesundheit auswirkt. Als „Biomarker“ wurde das Gesicht ausgewählt, weil dessen Merkmale als wichtige Informationsquellen in der sozialen Wahrnehmung fungieren.

Schlafmangel erkennen

In einer ersten Studie wurden die Gesichter von gesunden weiblichen und männlichen Testpersonen zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten fotografiert: Das eine Mal hatten sie im Durchschnitt 8 Stunden geschlafen, das zweite Mal nach einer absichtlich verkürzten Schlafdauer von nur 5 Stunden und 31 Stunden Schlafentzug. Diese Fotos wurden weiteren Personen gezeigt, die beurteilen sollten, wie attraktiv, gesund und ausgeschlafen sie die Testpersonen auf den Fotos empfanden. Testpersonen mit weniger Schlaf bekamen in allen drei Dimensionen deutlich geringere Wertungen. Menschen sind demzufolge in den Lage, sehr genau Gesichtsmerkmale zu erkennen, die mit Schlafmangel zusammenhängen.

Gesichtsmerkmale für Schlafmangel

Mit der zweiten Studie wollten die Wissenschaftler herausfinden, anhand welcher Gesichtsmerkmale der Schlafmangel erkannt wird. Dazu wurden wieder Fotos von ausgeschlafenen und unausgeschlafenen Testpersonen weiteren Personen gezeigt, die sie zu zehn ausgewählten Gesichtsmerkmalen in Beziehung setzen sollten. Testpersonen mit weniger Schlaf wurden hängende Augenlider, gerötete Augen, geschwollene Augen, dunkle Ringe unter den Augen, blassere Haut, mehr Falten und heruntergezogene Mundwinkel attestiert.

Soziale Auswirkungen von Schlafmangel

Die dritte Studie sollte zeigen, welche sozialen Auswirkungen das Aussehen nach Schlafmangel hat. Das Studiendesign war ähnlich wie in den beiden vorangehenden Studien, nur mussten die Testpersonen diesmal als Realitätsanpassung nur für zwei Nächte mit 4 Stunden Schlaf auskommen. Anschließend sollten die Beuteilenden angeben, ob sie mit den Testpersonen gerne in Kontakt treten würden. Erwartungsgemäß schnitten die Unausgeschlafenen schlechter ab. Sie wurden seltener als Kontaktpersonen gewünscht und erneut als weniger attraktiv und gesund beurteilt.

Evolutionsbiologisch macht das alles durchaus Sinn: Der Volksmund behauptet zwar, Schönheit liege im Auge des Betrachters, aber unzählige wissenschaftliche Untersuchungen haben zu Tage befördert, dass unser visuelles System über ein evolutionär ausgefeiltes Wahrnehmungs- und Beuteilungsvermögen vor allem zur Schönheit des Gesichts verfügt. Dessen Schönheitsmerkmale (z.B. Symmetrie) werden als Zeichen von Gesundheit gedeutet. Sie spielen bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle, da sie eine Voraussage über die Gesundheit des Nachwuchses erlauben.

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