EmotionenEine Frage der Kultur

Kulturen unterscheiden sich nicht nur in Tradition und Sprache. Sie beeinflusst auch wie die Menschen ihre Emotionen ausdrücken. Dies wird nicht nur bei Begegnungen von Angesicht zu Angesicht deutlich, sondern zeigt sich auch in ihren Emoticons.

Emoticons aus Japan und den USA

Der kulturelle Unterschied zwischen Japan und den USA zeigt sich auch in ihren Emoticons. Foto: © Nicola Holm

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Was sind Emotionen?

Die Freude über ein nettes Wort, die Wut auf den Chef oder die Angst vor Spinnen: Emotionen sind allgegenwärtig. Sie setzen sich aus körperlichen Reaktionen, Verhaltensweisen und bewussten Empfindungen zusammen. So kann sich Wut zum Beispiel in der Steigerung der Herzfrequenz, geballten Fäusten und dem Empfinden von stechendem Zorn ausdrücken. Emotionen nach außen zu zeigen, hat sich im Laufe der Evolution entwickelt. Es hilft sich innerhalb sozialer Gruppen auch ohne Worte zu verständigen. Besonders die Gesichtsmimik verrät viel über die Emotionen einer Person. 

Die Anatomie hinter Emotionen

Die Mimik wird über einzelne Muskelpartien im Gesicht gesteuert, welche direkt unter der Haut liegen. Emotionen drücken sich vor allem im Bereich von Mund und Augen aus. Die Muskulatur im Mundbereich ist sehr beweglich und lässt sich bewusst kontrollieren. Dadurch zeichnen sich hier Emotionen sehr deutlich ab. Bei Bedarf können die beteiligten Muskeln unterdrückt werden. Die Muskulatur der Augen ist hingegen weniger flexibel und auch schwieriger zu kontrollieren. Ihren emotionellen Ausdruck zu unterdrücken ist fast unmöglich.

Die Basisemotionen in den Kulturen

Der Mensch verfügt über sechs sogenannte Basisemotionen: Freude, Angst, Überraschung, Wut, Ekel und Trauer. Sie sind genetisch verankert und daher in jeder Kultur zu finden. Je nach kulturellem Hintergrund kann die gezeigte Gesichtsmimik anders ausfallen – auch wenn es sich um den Ausdruck derselben Emotion handelt. Als Folge kann derselbe Gesichtsausdruck von Personen verschiedener Kulturkreise anders aufgenommen werden.

In Japan die Augen, in den USA der Mund

In asiatischen Ländern wie Japan ist es die Norm, Emotionen zu kontrollieren oder sogar vollständig zu unterdrücken. Das dies vor allem im Mundbereich gelingt, lesen Menschen asiatischer Kulturen die Emotionen ihres Gegenübers vor allem an dem Ausdruck der Augen ab. In westlichen Kulturen wie den USA leben die Menschen ihre Emotionen vergleichsweise offen aus. Die Menschen dieser Kulturen achten beim Lesen der Emotionen vor allem auf den ausdrucksstarken Mund.

Emoticons als Teil der Kultur

Der kulturelle Unterschied zeigt sich auch in der modernen Schriftsprache. Beim Chatten kommen je nach Kultur andere Emoticons zum Einsatz. Während in Japan jeweils die Augen der Emoticons die Emotion vermitteln, zum Beispiel (^_^) für fröhlich und (;_;) für traurig, liegt der Fokus von Amerikanern auf dem Mund, :-) für fröhlich und :-( für traurig.

Neurobiologie im Unterricht

Wie zeigt sich Ekel im Gesicht? Warum sehen sich Angst und Überraschung so ähnlich? Dank der computergestützten Eyetracking-Methode lassen sich die verschiedenen Emotionsausdrücke im Gesicht heutztage digital erfassen und genau definieren. Kommen Sie zusammen mit Ihren Schülerinnen und Schüler den Emotionen auf die Spur und erfahren Sie, was Eyetracking über uns verrät! Weitere Informationen zum diesem Thema und Ideen für den Unterricht finden Sie in unserem Heft „Neurobiologie“.

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