Berühmter AlkoholkonsumGeschüttelt, nicht gerührt

Die Überschrift ist eines der bekanntesten Filmzitate aller Zeiten. Und kein anderer Drink ist so bekannt wie der Martini von James Bond. Der berühmte Cocktail wird, im Gegensatz zur landläufigen Barkeeper-Praxis, nicht gerührt, sondern geschüttelt. Kanadische Mediziner haben vor zwanzig Jahren den Versuch unternommen, dieser Häresie gesundheitliche Vorteile abzugewinnen.

Ein Glas Martini vor dunklem Hintergrund einer Bar.

Der weltberühmte Vesper-Martini von James Bond. Foto: © ahau1969/stock.adobe.com

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Ein Martini-Cocktail darf nicht mit Wermut, dem Würzwein der gleichnamigen italienischen Firma Martini & Rossi, verwechselt werden. Der Cocktail zählt zu den Aperitifs und besteht in der Regel aus Gin, Wodka und trockenem französischen Wermut. Der ursprüngliche Bond-Martini ist eine Erfindung des Autors Ian Fleming für "Casino Royale", das erste Bond-Buch aus dem Jahr 1953. Er besteht aus 3 Teilen Gin, 1 Teil Wodka und ½ Teil Lillet. Bond benannte dieses Rezept später nach seiner damaligen attraktiven Geliebten namens Vesper.

Warum geschüttelt, nicht gerührt?

Gin, Wodka und Wermut sind weitgehend klare Spirituosen. Diese sollten nach klassischer Barkeeper-Auffassung gerührt und nicht geschüttelt werden, damit sich der Cocktail nicht durch Luftbläschen oder gesplittertes Eis eintrübt. Geschüttelt werden in der Regel nur Cocktailzutaten, die entweder eine unterschiedliche Farbe oder eine andere Konsistenz besitzen, z. B. Spirituosen und Säfte oder Sirup. Durch das Schütteln im Shaker werden die Komponenten gut gemischt.

Vince Ebert hat in „Wissen vor acht“ Bonds abweichende Vorliebe erklärt. Zum einen kommen die Spirituosen durch die schnellen Bewegungen intensiver mit dem Eis zusammen. Da sich das Eis auf diese Weise schneller auflöst, ist der Cocktail anschließend eiskalt. Zum anderen wird dadurch der Paranuss-Effekt ausgenutzt. Bei diesem Effekt kommen durch das Schütteln die größeren Moleküle, d. h. die Geschmacksträger, an die Oberfläche, während der Alkohol nach unten sinkt. Dadurch ist der erste Schluck der geschmackvollste. Da Bond immer sehr in Eile war, konnte er so wenigstens den ersten Schluck voll genießen.

Gesundheitliche Vorteile?

Zum Jahrtausendwechsel veröffentlichten kanadische Mediziner eine Studie, in der sie die antioxidativen Eigenschaften von gerührten und geschüttelten Martinis verglichen. Ihr Maß war die Beseitigung von Wasserstoffperoxid (H2O2) aus den Drinks. Wasserstoffperoxid ist ein reaktive Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff, von der früher angenommen wurde, dass sie ausschließlich negative Auswirkungen auf Organismen habe.

Im Vergleich zeigte sich, dass die geschüttelten Martinis weniger Wasserstoffperoxid enthielten als die gerührten. Die Wissenschaftler führten dies auf einen verbesserten antioxidativen Effekt zurück. Der geschüttelte Martini war somit eindeutig der gesündere Drink. Diesen Befund sahen die Wissenschaftler auch durch die Tatsache bestätigt, dass Bond über all die Jahre keinerlei Anzeichen einer Herz-Kreislauferkrankung zeigte. Außerdem bescheinigten sie ihm, ein moderater Alkoholkonsument zu sein.

Hatte James Bond ein Alkoholproblem?

Anders sahen dies britische Wissenschaftler. Im Jahr 2013 berechneten sie seinen Alkoholkonsum auf der Grundlage von zwölf Romanen. Demzufolge war Bonds wöchentlicher Alkoholkonsum mehr als viermal so hoch als die empfohlene Menge für erwachsene Männer. Die Mediziner attestierten 007 ein erhebliches Risiko für alkoholbedingte Erkrankungen und empfahlen ihm eine Einschränkung seines Konsums. Aus den Daten schlossen die Forscher außerdem, dass Bond vermutlich nicht in der Lage gewesen wäre, seine Martinis zu rühren. Selbst wenn er es gewollt hätte, hätte sein alkoholbedingter Tremor dies verhindert. Daher lieber: "geschüttelt, nicht gerührt".

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