Adaptive ThermogeneseCool abnehmen

Hollywood-Stars haben eine neue Methode entdeckt, um ihre schlanke Figur zu erhalten. Sie setzen sich für eine gewisse Zeit in eine Art Kühlschrank und lassen sich mit -160°C kaltem Stickstoff bedampfen. Im Alltag soll es aber schon ausreichen, die Heizung um einige Grad niedriger zu stellen.

Vier nebeneinander liegende Eiswürfel auf weißem Grund

Frieren - der neue Abnehmtrend. Foto: Bru-nO/Pixabay CC0 Creative Commons

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Gewicht verlieren – aber wie?

Die gängigen Empfehlungen für eine Gewichtsreduktion lauten: Weniger essen, mehr bewegen. Der Nachteil derartiger Programme ist, dass die Menschen sie – trotz anfänglicher Erfolge – nicht sehr lange durchhalten. Und oft zeigt die Waage nach Rückkehr zu den alten Gewohnheiten noch mehr Gewicht an als vor der Diät – der hinlänglich bekannte Jojo-Effekt. Wegen des mäßigen Erfolgs der Weniger-essen-mehr-bewegen-Strategie suchen Wissenschaftler seit vielen Jahren nach alternativen Möglichkeiten, um Übergewicht zu bekämpfen oder zu verhindern.

Eine in den letzten Jahren entdeckte Möglichkeit ist die Kälteexposition. Kälte führt zu zwei verschiedenen Reaktion des Körpers: Zittern und zitterfreie Wärmebildung. Zittern beruht auf rhythmischen Muskelkontrationen, die zur Wärmebildung führen – allerdings mit geringer Effektivität, da mit zunehmender Intesität die Blutzufuhr zur Körperoberfläche gesteigert wird und damit Wärme verloren geht. Die zitterfreie Wärmebildung dagegen beruht auf der Thermogenese des braunen oder beigen Fettgewebes.

Kalorien verlieren durch Fett?

Jeder Mensch verfügt über drei verschiedene Typen von Fettzellen: Weiße Fettzellen, die auf die Speicherung von Fett spezialisiert sind, braune Fettzellen, die sehr viele Mitochondrien enthalten und die auf Wärmeproduktion aus Glukose und Fettsäuren spezialisiert sind, und beige Fettzellen, die beides können. Für die Behandlung von Übergewicht sind vor allem die braunen Fettzellen interessant. Sie werden durch Noradrenalin aktiviert, das über sympathische Nerverfasern des vegetativen Nervensystems freigesetzt wird. Ein wichtiger Auslöser für diese Aktivierung ist Kälte.

Die Wärmeproduktion der braunen Fettzellen beruht auf einem Kurzschluss in der inneren Mitochondrienmembran. Der H+-Ionen-Gradient, der beim Abbau von Nährstoffen über der inneren Mitochondrienmembran entsteht, wird nicht wie in allen anderen Zellen für die ATP-Sysnthese genutzt, sondern für die Wärmeproduktion. Dabei spielen spezielle Entkopplungsproteine eine wesentliche Rolle. Da braune Fettzellen sehr viele Mitochondrien enthalten, tragen sie wesentlich zur zitterfreien Wärmebildung bei.

Lange Zeit war die herrschende Lehrmeinung, braunes Fettgewege komme nur bei Säuglingen vor. Vor einigen Jahren wurde es auch bei Erwachsenen nachgewiesen. Und es konnte gezeigt werden, dass milde Kältereize in der Lage sind, es zu aktivieren. In mehreren Studien wurden Freiwillige in leichter Bekleidung (T-Shirts, Shorts) für mehrere Stunden pro Tag niedrigen Temperaturen von 15–19°C ausgesetzt. Dabei stellte sich heraus, dass immer eine Kälteanpassung erfolgte, dass aber 15°C eindeutig zu unangenehm waren, während 17–19°C toleriert wurden.

Runter mit der Temperatur

Die Hypothese der Wissenschaftler lautet: Übergewicht wird unter anderem dadurch begünstigt, dass sich die Menschen sich zu oft und zu lange im Bereich der Wohlfühltemperatur (der sog. thermoneutralen Zone) aufhalten, bei der keine Energie zur Aufrechterhaltung der Kerntemperatur aufgewendet werden muss. Die größte Rolle spielen dabei überheizte Schlafzimmer. Schlafforscher empfehlen ohnehin nur 16–18°C für einen erholsamen Schlaf – und dabei würde man so ganz nebenbei auch noch abnehmen. Cool.

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