TierschutzWirbellose im Klassenzimmer

„Ihh, ein Käfer!“ oder eher „Guck mal, der Käfer, wie niedlich!“ Wie wir der belebten Natur begegnen, hängt stark von unseren Erfahrungen ab. Neugier und Wertschätzung entstehen besonders durch Interaktion. Dies können wir auch den Schülerinnen und Schülern vermitteln. Wirbellose lassen sich zum Beispiel einfach im Klassenzimmer halten und beobachten. Gewisse Aspekte sollten dabei jedoch beachtet werden.

Untersuchungen mit Mehlkäferlarven im Klassenzimmer.

Untersuchungen mit Mehlkäferlarven im Klassenzimmer. Foto: © Delia Nixdorf

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Tiere nicht nur auf Fotos oder in Videos zu sehen, sondern sie live beobachten zu können, stellt einen besonderen Reiz dar. Solche Beobachtungen wecken eine große Neugier und erhöhen die Wertschätzung für die belebte Natur. Klassenausflüge in den Zoo oder zum Pädagogen des nahgelegenen Naturschutzgebiets sind dafür ein beliebtes Mittel. Stärkere Beziehung zu der Natur entsteht jedoch, wenn die Schülerinnen und Schüler direkt mit den Tieren interagieren können und, noch besser, für sie sorgen. Dies kann die Lehrkraft durch die Haltung und Untersuchung von Tieren im Klassenzimmer ermöglichen. Für den Unterricht eignen sich dafür besonders Wirbellose – vorausgesetzt, dass Recht, Ethik und Sicherheit berücksichtigt werden.

Rechtliche und ethische Aspekte bei der Haltung von Wirbellosen

Das Tierschutzgesetz regelt in erster Linie den verantwortlichen Umgang mit Wirbeltieren. Die ersten beiden Abschnitte sind jedoch allgemeingültige Grundsätze, die auch für Wirbellose gelten. So weisen § 1-2 auf die Tiere als Mitgeschöpfe hin, die vor Schmerzen, Leiden und Schäden bewahrt werden und ihren Bedürfnissen gerecht gehalten und versorgt werden müssen. Für die Haltung von Wirbellosen ist auch der Leitfaden „Haltung von Futterinsekten im Zoofachhandel“ des ehemaligen österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen hilfreich. Dieser betont, dass selbst als „Futtertiere“ bezeichnete Wirbellose kein Mittel zum Zweck, sondern vielmehr Reiz wahrnehmende, schützenswerte Tiere sind. Hier finden sich auch Angaben zu empfohlenen Haltungsbedingungen, wie Temperatur, Verpflegung und Tierdichte, sowie Hinweise zu Phänomenen, die bei suboptimaler Haltung auftreten können.

Sicherheit im Unterricht

Neben der Sicherheit für die Tiere ist auch die Sicherheit für die Lehrenden und Lernenden wichtig. Hierzu hat die Kultusministerkonferenz das Empfehlungsschreiben „Sicherheit im Unterricht“ veröffentlicht. Es erlaubt grundsätzlich den Umgang mit Lebewesen in der Schule. Neben der Einhaltung des Tierschutzgesetzes verpflichtet es die Lehrkraft auch, beim Einsatz im Unterricht eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen ausschließen zu können. So empfiehlt es sich den Lernenden gleich zu Beginn der Unterrichtseinheit mit den Tieren verbindliche Hygienevorschriften zu vermitteln. Beachtet man diese Aspekte zu Recht, Ethik und Sicherheit steht eine erkenntnisreiche Unterrichtseinheit nichts im Wege, die den Schülerinnen und Schülern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Eine Idee, wie Sie Wirbellose im Unterricht einsetzen können, finden Sie ab Ende August in der Ausgabe „Potenzial von Aufgaben“ unserer Zeitschrift Biologie 5-10 (Nr. 27). Der Artikel „Eine „Mehlwurmfarm“ für zu Hause“ Silva Elfgen und Delia Nixdorf stellt ein umfassendes Unterrichtskonzept mit Mehlkäfern im Klassenzimmer vor. Das Materialpaket versorgt Sie darüber hinaus mit passenden Arbeitsblättern und Hintergrundinformationen zu Entwicklung, Haltung und Tierschutz der Mehlkäfer. Eine intensive Auseinandersetzung mit Tierethik, Tierhaltung und die menschliche Verantwortung gegenüber Wirbeltieren, bietet das Schülerbuch „Leben mit Tieren“ aus der Reihe „Neue Wege in die Biologie“. Von gesammelten Schülerfragen ausgehend macht es, oft mit der Hilfe von evolutionären Entwicklungen, die Themen für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II leicht durchschaubar.

Elfgen, S./Nixdorf, D. (2019, in press): Ein Mehlkäfer in der Schule – Wissenswertes über Entwicklung, Haltung und Tierschutz. IN: Biologie 510, 27, Materialpaket. Hannover: Friedrich Verlag.

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