Ausbreitung von ArtenUns gibt es nur im Doppelpack

Bei der Kolonisierung von Inseln spielen Umweltfaktoren, wie Wind und Wasser, aber auch Zufälle eine große Rolle. Ihre Besiedlung ist daher vergleichsweise schwierig. Viele Symbiose-Partner sind zudem stark aufeinander angewiesen. Entsprechend selten sind symbiotische Lebensgemeinschaften auf Inseln anzutreffen.

Inselgruppe Ang Thong National Marine Nationalpark

Symbiosen sind selten Inselbewohner. Foto: © GVS/stock.adobe.com

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Die Besiedlung von Inseln ist für Lebewesen ohne eigene Flugfähigkeiten nicht ohne weiteres möglich. Ihre Kolonisierung ist sehr stark von Umweltfaktoren und Zufällen abhängig. Manche Arten gelangen auf Inseln, in dem sie Wind und Wasserströmung verdriften. Andere werden als blinde Passagiere von Mensch und Tier eingeschleppt. Je kleiner und je abgelegener eine Insel ist, desto unwahrscheinlicher ist daher ihre Besiedlung (Inselbiogeographie, MacArthur & Wilson 1967).

Pflanze und Pilz als eingespieltes Team

Neben Umweltfaktoren und Zufällen spielt auch, sofern gegeben, die Symbiose eine große Rolle. Ein internationales Forscherteam untersuchte dazu zusammen mit der Universität Göttingen die Ausbreitung von Pflanzenarten mit symbiotischen Pilzen. Die Symbiose-Partner tauschen Kohlenhydrate gegen Nährstoffe aus dem Boden. Ihr Überleben ist in hohem Maße voneinander abhängig. Wenn also ein neuer Lebensraum besiedelt wird, dann nur im Doppelpack!

Symbiose-Paare sind seltene Inselbewohner

So abhängig wie die Besiedlung von Inseln von Umweltfaktoren ist, so unwahrscheinlich ist auch, dass beide Symbiose-Partner zusammen im neuen Lebensraum ankommen. Die Folge: Pflanzenarten in Symbiosen mit Pilzen sind auf Inseln selten. Dies gilt zumindest für Besiedlung, die ohne den Menschen stattfanden. Bringt der Mensch eine neue Pflanze willentlich auf eine Insel, so führt er in der Regel auch den Symbiose-Partner ein.

Stabile Symbiosen = Stabiles Ökosystem

Von den Polen zum Äquator nimmt die Artenvielfalt zu. Die Tropen sind demnach sehr artenreich. Dies soll laut den Forschern neben dem Klima auch mit Symbiosen zusammenhängen. Damit würden auch Symbiosen die Artenvielfalt der gesamten Erde entscheidend beeinflussen. Sie könnten damit eine größere Tragweite haben, als bisher angenommen. „Die Störung eines Interaktionspartners kann Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen und auch anfälliger für biologische Invasionen machen“, äußerte sich dazu Prof. Weigelt der Universität Göttingen, der an der Forschung beteiligt war.

Symbiotische Pilze im Unterricht

Symbiosen zwischen Pflanzen und Pilzen kommen in der Natur recht häufig vor. Das Paradebeispiel für Pilz-Symbiosen sind die Flechten, deren symbiotische Gemeinschaft aus Pilzen und Bakterien eine ganz eigene Lebensform bildet. Pflanzen wie auch Flechten eroberten im Laufe der Evolution das Land. Beiden war dies nur durch ihre Symbiose möglich. Im Heft „Symbiosen mit Mikroben“ erfahren Sie, wie Symbiosen den Pflanzen und Flechten den Landgang möglich machten und wie sie die bekannte Pflanzen- und Tierwelt bis heute formen.

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