Immissionsschutz3 Gründe, Moose wachsen zu lassen

Moose im Rasen? An Mauern? Auf Wegen? Um Gottes willen, was kann ich tun? Nun, am Besten einfach wachsen lassen und bei Trockenheit sogar wässern. Denn Moose fördern die Gesundheit.

Welliges Sternmoos (Plagiomnium undulatum)

Moose eliminieren Feinstaub aus der Luft. (Foto: Atlantios, pixabay.com, CCO Creative Commens)

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Moose sind Staubfänger

In Städten und an Hauptverkehrswegen ist das Auto die dominierende Quelle für Feinstaub. Als Feinstaub bezeichnet man die Masse aller im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren Durchmesser kleiner als 10 µm ist. Die feinen Partikel sind für die Gesundheit besonders gefährlich, da sie über die Atemluft tief in die Lungen eindringen und in den Schleimhäuten Krankheiten wie Asthma oder Krebs auslösen können. Nach der Feinstaubrichtlinie der EU darf der Grenzwert von 50 μg/m3 Luft an einem Messpunkt nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. In vielen Städten, z.B. in Stuttgart, wird dieser Richtwert jedoch deutlich häufiger überschritten. Moosrasen und Moospolster sind schon wegen ihrer großen Oberfläche besonders geeignete Staubfänger für die Luftreinigung. Die Moostriebe sind dicht mit kleinen Blättchen besetzt. Nach wissenschaftlichen Berechnungen beträgt die Oberfläche von einem 1cm hohen Moosrasen etwa das dreißigfache der Grundfläche.

Moose binden Feinstaub

Feinstaub besteht zu 20%-50% aus Ammoniumsalzen, insbesondere Ammoniumnitrat. Dieses Ammoniumnitrat entsteht, wenn Stickstoffdioxid und Ammoniak in der Atmosphäre aufeinandertreffen. In modernen Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen sind diese Bedingungen für die Stickstoffoxidbildung sehr günstig. Die Zellwände von Moosen wirken als Kationenaustauscher. Wenn sich Feinstaub auf der feuchten Blattoberfläche absetzt und z.B. Ammoniumnitrat in Lösung geht, werden die NH4+-Ionen gegen Wasserstoffionen ausgetauscht und gebunden.

Moose nehmen Ammoniumsalze auf

Die abgelagerten Feinstaubteilchen bleiben nicht nur auf der Blattoberfläche der Moose liegen, sondern die gelösten Ammoniumsalze werden zusammen mit Wasser direkt durch die Zellmembran aufgenommen. Dabei ist die Nährmineralresorption durch die Zellmembran der Moosblattzellen – ähnlich wie bei Wurzelhärchen (Rhizoiden) der Gefäßpflanzen - vermutlich kein rein physikalisch bewirkter Diffusionsvorgang. Es sind auch aktive Aufnahmeprozesse beteiligt.

Moose als natürliche Luftfilter nutzen

Mittlerweile haben auch Städteplaner Moose als Luftverbesserer entdeckt. In mehreren Städten, wie z.B. Dresden, Essen, Reutlingen, Oslo, Newcastle und Hongkong findet man im Straßenbild bereits große Mooswände. Doch es geht auch einfacher: Lassen Sie Moose auf Mauern, in Plattenfugen, in Staudenbeeten und auf Dächern wachsen. Wässern Sie Moose bei Trockenheit. Und fördern Sie das Wachstum von Moosen im Rasen durch das Zulassen von schattigen Bereichen, den Verzicht von Dünger und durch die Reduzierung des Mähens. Das Ergebnis: Saubere Luft gratis.

Gartenmoose - verkannter Schmuck von Mauern und Rasen

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