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Schnitzeljagd ist wieder in! Im digitalen Zeitalter ersetzen GPS-Geräte, Smartphones und Wikis die klassischen Holzschnitzel und die geschriebenen Aufgaben. Überdauert haben jedoch der Spaß am Rätselraten und die Motivation, den Schatz zu finden. Gehen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern auf Schatzsuche - wir zeigen wie!

GPS-Gerät

Eine digitale Schnitzeljagd verdeutlicht die natürlichen Schätze eines Lebensraums. Foto: © olyfreak/adobe stock

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Vielfalt vor Ort entdecken - ein Szenario

Kim sucht auf der Wiese nach einem Kleinen Klappertopf, den sie für ihre Bildersammlung zu einheimischen Blütenpflanzen noch benötigt. Alle anderen Bilder hat sie bereits mit ihrem Smartphone aufgenommen und im Wiki-Steckbrief veröffentlicht. Mit Hilfe von Google Maps hat sie an diesem Nachmittag den Standort gefunden, den ihr Lehrer vorab ausgewählt hat und nun orientiert sie sich an den Bestimmungsmerkmalen wie Blüte, Blattform und -stellung, die ihre Klassenkameraden zusammengestellt haben. Auf ihrem Smartphone hat sie diese Informationsseite geöffnet. Nun vergleicht sie die Pflanze, die sie gefunden hat, mit den Informationen auf dem Wiki. Sie schießt noch ein Foto von der Pflanze, sie filmt eine Erdhummel, die Nektar aus der Blüte sammelt und stellt beides zusammen mit den Geokoordinaten auf den Blog ihrer Gruppe. Nun hat ihre Gruppe als erste alle geforderten Pflanzen gefunden, identifiziert, fotografiert, "gepostet" und damit den Klassenwettbewerb gewonnen!


Mobiles, ortsbezogenes Lernen – was ist das?

Beim mobilen, ortbezogenen Lernen werden die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von z.B. Smartphones, Tablets, GPS-Empfängern an einen Lernort geführt. Dort lösen sie spezifische Lern- und Arbeitsaufgaben und bereiten ihre Ergebnisse so auf, dass sie über eine Internetplattform (z. B. Weblog, Wiki, Twitter) veröffentlicht werden. Der Ortsbezug mobiler Lehr-Lern-Angebote bietet gegenüber Angeboten im Klassenzimmer die Möglichkeit, dass Lernende die biologische Vielfalt vor Ort entdecken und ihre Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Lernobjekte gelenkt wird. Durch die Nutzung mobiler Technologien kann dies unabhängig von einem Exkursionsleiter und in Kleingruppen geschehen und damit die individuelle Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand erhöhen. Jedoch kann auch jederzeit die Unterstützung der Lehrperson angefordert werden: Kommen Schülergruppen z. B. bei der Bestimmung einer Art nicht weiter, so können sie ein Foto oder Video von der Pflanze machen und der Lehrkraft zusenden.

Didaktisches Potenzial von mobilen, ortsbezogenen Lernen

Das größte Potenzial des mobilen, ortsbezogenen Lernens liegt darin, die Lernenden selbst aktiv in die Erstellung von ortsbezogenen Informations- und Lernangeboten einzubinden. Damit werden nicht nur die Fach-, sondern auch die Methoden- und Medienkompetenz gefördert. Es ist belegt, dass die Auseinandersetzung mit der pflanzlichen Vielfalt in verschiedenen Lebensräumen erfolgreich durch die Kombination von kooperativer Gruppenarbeit, Feldexkursion und Nutzung mobiler Technologien zur Erkundung und Erfassung der jeweiligen Habitate unterstützt werden kann. Lernerfolg, Interesse, Motivation und die Wahrnehmung der Alltagsrelevanz des Gelernten fallen dabei höher aus als in anderen bewährten Lehr-Lern-Angeboten ohne mobile Technologien.

Ortsbezogene Lern- und Informationsangebote gestalten – worauf kommt es an?

Für die Konzeption und Ausarbeitung ortbezogener Lern- und Informationsangebote sind drei Punkte essenziell:

  • Welche Aufgaben können tatsächlich nur an Ort und Stelle bearbeitet werden?
  • Wie werden Spielfreude und Lernen miteinander kombiniert?
  • Wie werden Smartphone oder Tablet als Unterrichtswerkzeuge genutzt?

Zudem spielen für die Auswahl geeigneter Autorensysteme zur Erstellung von Angeboten (a) durch die Lehrkraft oder (b) mit den Schülerinnen und Schülern die Gestaltung unterschiedlicher Aufgaben(-formate) und die Bedienbarkeit des Autorensystems eine Rolle. „Entdecke die Natur – Ortsbezogene Geogames entwerfen und anwenden“ zeigt anhand von konkreten Beispielen wie mobile, ortbezogene Lern- und Spielangebote für den Unterricht konzipiert werden und liefert zusätzlich eine Übersicht über gut handhabbare Autorensysteme. 

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